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ENDEARMENT Endearment, machen wir uns nichts vor, ist eine Rock-Band. Was soll daran so außergewöhnlich sein? Kennt man eine, kennt man alle. Die Rock-Bands bieten ihre Ware feil, wo sie nur können. Sie prägen rote Sterne auf ihre Erzeugnisse, um zu vertuschen, dass ihre in Noten gebannte Einfältigkeit dem Alltag entspringt, der alles und jedes dem Derivat der Produktion unterwirft. Solcherlei Konformität trachtet danach, noch den letzten Rest Individualität der allgemeinen Vergleichbarkeit zu opfern. Ist Endearment anders? Sind sie der Hoffnungsschimmer, das Licht am Ende des Tunnels? Nein, aber sie behaupten es auch nicht. Sie sind sich dessen gewahr, dass die Musik, die aus ihnen heraussprudelt, nichts verändern wird. Aber sie wissen auch, dass ihre Musik aus unerfindlichen Gründen den Menschen Freude macht. Sie wissen, dass ein Konzert von Endearment nicht nur eine autistische Betätigung ist, sondern dass sich etwas abspielt zwischen Hörenden und Musizierenden. Eine menschliche Regung, tatsächlich, ein Objektbezug inmitten von bloßen Subjekten, die sich darauf festgelegt haben, ausschließlich Funktionen zu erfüllen. Endearment machen Rock-Musik, die unter die Haut geht, die tief in der Seele vergrabenes und scheinbar verloren geglaubtes wieder entdeckt. Musik, die einen daran erinnert, dass Menschen anderes sein könnten als bloße Formen eines Prozesses, mit dem sie bei Lichte betrachtet gar nichts zu tun haben. Wie kommt es, dass jeder Text über Pop-Musik und sei er noch so kritisch motiviert, ja entspringt er gar einer echten Wut über all die Anbiederung an das Populäre, wie kommt es, dass ein jeder solcher Texte klingt wie ein Werbetext? Es muss am Gegenstand liegen, am Dilemma, dass der Warenförmigkeit durch bloßes Wollen nicht zu entfliehen ist. Also richtig: Endearment machen Rock-Musik, die schief und kantig ist, sie groovt und ist mal druckvoll, mal besinnlich. Du kannst Endearment vergleichen mit wem Du willst, denn sie klauen überall. Wie schrieb einst ein kluger französischer Romancier: Originalität ist nichts, was sich durch Ursprünglichkeit auszeichnet, sondern durch einen Prozess, der die Erfahrungen der Geschichte in sich aufnimmt. Aus diesem Grunde machen Endearment nichts Neues, sondern etwas Gutes. Hör sie dir selber an und urteile. 1998 disgrace (demo) 2000 endearment (12”) 2001 voulez-vous revolver avec moi ce soir? (LP/CD) 2003 in dubio contra (Tour-CD) 2004 we are the factory (LP/CD)Endearing Rec / Meerwert Platten |